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Völlig losgelöst
Fotos: Lisa Haselbach

Völlig losgelöst

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Karoline Jankowski

Seit Anbeginn der Zeit versuchen Menschen, sich zum Lachen zu bringen. Diese Emotion zu wecken, ist nicht einfach. Lachen bei Comedy ist ein Reflex, den wir nicht steuern können. Wir haben eine Dorstenerin gefunden, die Menschen unter fast allen Voraussetzungen zum Lachen bringen kann: Entspannungspädagogin Chrstina Zunke.

Ohne Pointen und Flachwitze, dafür mit einer viel erfolgreicheren Methode: Lachyoga. Einfach, grundlos, effektiv. Denn hier geht es um die bewusste Entscheidung. „Das Gehirn unterscheidet nicht, warum man lacht. Es weiß nur: Lachen ist gut. Nutzen wir also diese Ressource, die uns einfach zur Verfügung steht“, so Christina. Denn: Lachen tut dem Körper gut. Die Selbstheilungskräfte werden angeregt, die Atmung vertieft, die Organe massiert, Endorphine ausgeschüttet – kleiner Lacher, große Wirkung. Gerade im Alltag, der von kleinen Stressigkeiten durchzogen ist, die einem gerne mal die Laune verhageln: Deadlines, nervige Mitmenschen, zäh flüssiger Verkehr. Der Gemütszustand gleicht einem hand warmen Dosenbier. „Gründe zum Lachen sind limitiert, macht aber gar nichts, die braucht man ja nicht“, präsentiert Christina ihre körpereigene Ressource schon im Gespräch. Hahaha!

 „Gründe zum lachen sind limitiert, macht aber gar nichts, die braucht man ja nicht.“

Einfach tricksen

Aber Lachen, wenn einem die Vorfahrt genommen wird, ist schon eine Stufe für Fortgeschrittene. Christina fängt klein an. „Ich weiß, dass es komisch ist, einfach nur ‚Hahaha‘ zu sagen. Deshalb verbinde ich es mit kleinen Aktivitäten und der Gemeinschaft. Man hat etwas zu tun und ist nicht alleine bescheuert“, sagt die gelernte Pädagogin, die schon den Sozialdienst eines Seniorenheimes leitete. „Mir ist es wichtig, Menschen nicht zu überfordern.“ Deshalb wird in ihren Kursen – ob in der VHS oder an einem Montagabend in kleiner Runde im Kinderparadies der Mercaden – immer wieder die Lachcreme ausgepackt, die Lachrakete gezündet oder das Lachmotorrad gestartet. „In der Gemeinschaft verstärkt sich der Effekt noch“, sagt sie und verweist auf die perfiden Mechanismen, mit denen wir uns selbst austricksen können. Jemandem beim Lachen zuzusehen, erinnert das Gehirn daran, dass es gerade offenbar lustig zugeht. Wenn wir dann die Hände in die Luft werfen oder die Siegerpose einnehmen, gibt es noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Das Gehirn denkt, wir stehen auf dem goldenen Treppchen und haben den Oscar für die beste Comedy-Einlage gewonnen. So fühlen wir uns dann auch.

Red Nose Drive

Wer also mal so richtig abkichern, sich ins Fäustchen lachen und rumgackern will, meldet sich bei der VHS oder direkt bei Christina. Wer einen kleinen Tipp für den Alltag will, sollte jetzt besonders aufpassen: „Das Thema Autofahren ist offenbar sehr heikel. Deshalb habe ich immer eine rote Clownsnase dabei. Ich bin ja selbst impulsiv“, verrät Christina, deren Dynamik ohnehin unverkennbar ist. Wenn es also brenzlig wird, setzt sie sich diese Nase auf. Damit ist jedem Ärger der Wind aus den Segeln genommen. „Die Leute denken, ich verarsche sie, aber das macht nichts. Sie lachen trotzdem und das entspannt die Situation
sofort und für alle“.

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