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Housebesuch im Büffel
Foto: Marco Stepniak

Housebesuch im Büffel

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Burger vorne, Beats hinten: Im „Kleinen Büffel“ in Dorsten treffen saubere Küche, Strandkörbe und House-Musik aufeinander. Ein Ort für Sommerabende mit Bass und kühlen Drinks.

Wer den Kleinen Büffel in Dorsten bisher nur als schmackhafte Burger-Adresse kannte, muss seit diesem Frühjahr ein paar Meter weiterdenken. Oder vielmehr: nach hinten. Dort, wo früher ein einfacher Kinderspielplatz war, liegt heute Sand unter den Füßen, Lichterketten hängen über der Fläche und aus den Boxen kommt House-Musik. Der Backyard ist der neue Sommer-Ableger des Dorstener Restaurants – Beachbar, After-Work-Treff und kleine Open-Air-Bühne für elektronische Musik in einem.

Gestartet ist die Reihe im April gemeinsam mit dem Eventkollektiv Woodhouse. Dahinter stehen Lukas und Lara Schulze: er als DJ Oswood, sie als Social-Media-Kopf unter dem Instagram-Namen @halternmama. Zusammen mit Inhaber Louis Windeck haben sie dem Außenbereich ein klares Gefühl gegeben: unkompliziert, aber nicht beliebig. „Wir sind hier einfach eine schöne Alternative“, sagt Lukas. Kein Club, kein Stadtfest, kein klassischer Biergarten. Eher ein Ort, an dem man nach der Arbeit hängen bleibt, Freunde trifft, einen Drink nimmt und merkt, dass der Abend doch länger wird als geplant.

Das Konzept funktioniert auch deshalb, weil vorne und hinten zwei Welten entstehen, die sich nicht stören, sondern ergänzen. Vorne bleibt der Kleine Büffel das, was Louis seit seiner Übernahme 2021 aufgebaut hat: ein Restaurant mit deutlichem Qualitätsanspruch. „Eat clean“, nennt er seine Philosophie. Fleisch aus artgerechter Haltung, nachvollziehbare Herkunft, Brötchen vom Bäcker, viele Saucen aus eigener Herstellung. Statt Ware aus Übersee setzt er auf Produkte aus Deutschland, wie etwa Wagyu aus Nordfriesland. Dazu kommen Dinkelbrötchen, glutenfreie Optionen und Low-Carb-Burger mit Wirsing statt Bun. Burger, ja. Aber eben nicht zwischen Tür und Tiefkühltruhe gedacht.

Nach dem Essen kommt der Bass

Hinten im Backyard wird bewusst anders gearbeitet. Dort gibt es keine großen Speisen, sondern nur kleine Snacks wie Nüsse oder Nachos. Das hält den Sandbereich sauber und die Atmosphäre leicht. Viele Gäste machen daraus ohnehin ihr eigenes Ritual: erst vorne essen, dann nach hinten wechseln.

Das Publikum sei angenehm gemischt, sagen Lukas und Lara, von Anfang 20 bis 60, sowohl aus Dorsten als auch dem Rest der Region. Musikalisch soll der Backyard eine Lücke füllen. Lukas vermisst in vielen Ausgehorten die elektronische Seite, besonders House. „Überall nur noch Hip-Hop, viel Latino-Musik“, sagt er. Im Kleinen Büffel soll deshalb Raum für andere Sounds entstehen – und langfristig auch für andere DJ-Kollektive. Woodhouse versteht sich nicht als geschlossene Marke, sondern als Türöffner.

Dass so ein Ort nicht einfach nebenbei entsteht, weiß Louis gut. Er spricht offen über lange Arbeitstage, steigende Kosten und Bürokratie. Trotzdem klingt bei ihm weniger Klage als Trotz durch. Der Kleine Büffel ist gewachsen, weil jemand drangeblieben ist. Jetzt wächst er weiter nach draußen. Und wenn an einem Donnerstagabend der Bass über den Sand läuft, wirkt es hier ein bisschen weniger wie Alltag und ein bisschen mehr wie Urlaub.

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